Ammengebundene Kälberaufzucht

Kälberaufzucht am Kuheuter

Simon Kobel aus Trubschachen setzt bereits seit sieben Jahren auf ammengebundene Kälberaufzucht. In Kombination mit der Aufzucht von Fressern, ein rentables System.

Bereits 2013 hat Simon Kobel aus Trubschachen auf eigene Faust angefangen, Erfahrungen mit der ammengebundenen Kälberaufzucht zu sammeln. Nicht mehr länger wollte er die hohe Arbeitsbelastung und die tiefen Fleischpreise für Biokälber in Kauf nehmen.

Später konnte er sich an einem Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) zur Kälberaufzucht an Ammen beteiligen. Im Zuge dieses Projektes wurden auch Fleischigkeit und Fettverteilung bei der Schlachtung der Kälber untersucht. Die Resultate sind vielversprechend.

Simon Kobel mästet neben Kälber, die am Euter ihrer Mutter oder Amme trinken, auch so genannte Fresser. Also Kälber, die mindestens fünf Monate alt sind und von der Milch entwöhnt wurden. Wenn im Frühling die Preise für Mastkälber tief sind, produziert Simon Kobel mehr Fresser und auf die Herbst- und Weihnachtszeit hin wieder mehr Mastkälber, weil dann die Preise wieder steigen. Der Landwirt kann sich so schnell an die sich ständig ändernde Marktlage anpassen.

Für die Kälber ist das Trinken vom Euter ideal – so stimmt die Milchtemperatur und auch die Trinkhaltung entspricht der Natur. Deshalb kommen auf dem Betrieb von Simon Kobel keine geblähten Kälber mehr vor. Doch mit Durchfall und Atemwegserkrankungen gibt es nach wie vor Probleme. Das hat sich auch auf anderen Betrieben mit kuhgebundener Kälberaufzucht gezeigt.
Doch die Vorteile sind klar: die Kälber können direkt vom Euter trinken und mit sozial mit den Müttern und Ammen interagieren, die Melkmaschine muss nicht mehr zum Einsatz kommen und die Rentabilität ist relativ hoch.

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