Braunvieh

König trifft Mister am Stieremärt

Die 129. Ausgabe des „Stieremärts“ lockte über 11’250 Besucher aufs Stierenmarktareal in Zug. Dabei konnten 225 Braunviehstiere bestaunt werden. Die gehandelten Preise bei den Stieren übertrafen die Erwartungen. Bei den 41 versteigerten Rindern und Kühen gab es einen sehr guten Preis.

Am ersten Tag präsentierten sich 96 Brown-Swiss-Stiere (BS) und 129 Original Braunviehstiere (OB) den strengen Experten. Bezüglich Grösse und Gewicht dominierten die BS-Stiere: Cologna und Guido massen beide 170 cm. Der schwerste Brocken hiess Vilan und wog stolze 1‘410 kg.

Alle 225 Stiere aus 28 Abteilungen erhielten die begehrte Herdebuch-Prämierung. Gemäss Oberpreisrichter und Chefexperte Stefan Hodel war die bessere Qualität gegenüber dem Vorjahr augenscheinlich: „Dank der besseren Futterlage in diesem Jahr war der bessere Nährzustand der Stiere klar ersichtlich und sie präsentierten sich in den Abteilungen viel ausgeglichener.“ Speziell lobte er die beiden Mister der älteren Kategorie. Zusammen mit Sepp Portmann erkor er nach eigenen Worten „zwei super Mister“. Sie entsprechen voll und ganz dem aktuellen Zuchtziel.

Diverse Stierenwettbewerbe

Am Mittwochnachmittag wurden die Abteilungssieger geehrt. Total 14 Stierenhalter erhielten für ihre Stiere eine Gold-, 18 eine Silber- und 28 eine Bronzemedaille. Stier Alex von Franz Schindler aus Goldau SZ verteidigte den OB-Titel. Bei den BS-Stieren gewann Guido von Jakob Frick aus Schachen bei Herisau AR. Beide holten sich damit den Titel Mister ZM Zug.

Harald von Eugen Hitz aus Trimbach SO wurde Junior-Champion beim Original Braunvieh. Bei der BS Junior-Wahl siegte Nino von Hans Portmann aus Wiggen LU.

Als zusätzliche Attraktion gab es noch zwei weitere Wettbewerbe: Den Genetikpreis beim OB sicherte sich Aaron von Franz Schindler. BS-Sieger wurde Alex von Martin Preisig aus Stein AR. Den Betriebscup dominierten die Gebrüder Winterberger und gewannen ihn zum dritten Mal in Serie vor Gian-Andrea Hänni, Tschappina GR und Paul Korrodi Schönenberg ZH.

Bis Donnerstagnachmittag, 18.00 Uhr, wechselten 26 Stiere (Vorjahr 35) oder knapp 12 % (Vorjahr 15 %) für durchschnittlich Fr. 2‘788.- (Vorjahr Fr. 2‘773.-) die Hand. Der Höchstpreis betrug dabei Fr. 3‘800.- (Vorjahr Fr. 4‘200.-).

…und zum Dritten – verkauft!

Am zweiten Stierenmarkt-Tag stand für viele die Auktion im Mittelpunkt. Sie gilt als wegweisend für die kommende Viehhandelssaison. Die angebotene Qualität der Kälber, Rinder und Kühe bewegte sich auch dieses Jahr wieder auf hohem Niveau. Die Tiere konnten im Schnitt zu guten bis sehr guten Preisen zugeschlagen werden.

Der Durchschnittspreis über alle Kategorien (Kälber, Rinder und Kühe) betrug ausserordentliche Fr. 4‘541.- (Vorjahr Fr. 4‘180.-). Damit übertraf die von Auktionator Bruno Furrer geführte Versteigerung sogar die 4‘500er Marke. Die Auktion am Stierenmarkt steht bekanntlich für eine hohe Qualität. Die Kundschaft zeigte sich trotz schwierigem Milchmarkt in Kaufstimmung. Den Höchstpreis erzielte das Rind Britta mit herausragenden Fr. 13‘500.-.

Das Rind Britta mit Vater Calvin hat den Auktionshöchstpreis von 13'500 .- erzielt (Bildquelle: Braunvieh Schweiz)

Schweizer Genetik dominiert weiterhin

Wie immer in den letzten Jahren stammte die meiste Genetik bei den Auktionstieren aus der Schweiz. Der Anteil an Schweizer Vätern betrug sage und schreibe 91 %. Dabei tauchten vor allem die Stiere Blooming, Biver und Genox-Boy häufiger auf. Diese drei Stiere stellten über 50 % der Brown Swiss Vatertiere. Ausserdem wurden drei Original Braunviehtiere an der Auktion verkauft.

Die Trilogie des Schwingfest-Muni

Vor einigen hundert Zaungästen wurde in einer separaten Präsentation Siegermuni Kolin verabschiedet. Niemand geringerer als Schwingerkönig Stucki Chrigu erwies ihm mit seinem Besuch in der Stierenmarktarena diese Ehre. Damit schloss sich der Kreis, der mit dem Muni-Casting vor zwei Jahren begann und mit der offiziellen Taufe auf den Namen Kolin (als Referenz an die Kolin-Stadt Zug) im letzten Jahr seine Fortsetzung fand. Mit dabei waren auch Heinz Tännler OK-Präsident ESAF 2019 Zug sowie die Muni-Partner der JEGO AG und Landis Bau AG.

Die Besitzer von Kolin überraschten Mändel Nussbaumer, welcher Kolin jahrelang bis und mit dem Schwingfest betreut hatte, indem sie ihm den Siegermuni schenkten. Stucki hatte sich ja für den Geldpreis entschieden. Betreuer Mändel Nussbaumer strahlte übers ganze Gesicht und wie es die Sponsoren betonten „bleibt so zusammen, was zusammen gehört.“

Stucki übergibt Mändel den Kolin (Bildquelle: Braunvieh Schweiz)

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Artikel geschrieben von

Jörg Hähni, Braunvieh Schweiz

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