Weidemast

Kühe sind keine Klimakiller

Bio Weide-Beef feierte das 20-jährige Jubiläum. Warum die Weidemast Gutes fürs Klima tut, erklärten die Referenten.

Gestartet wurde mit der Weidemast 1998 heimlich auf dem Betrieb von Familie Steiner. Weidemast kannte man aus Irland, Neuseeland und Süd Australien. In der Schweiz wurde man für diese Idee aber belächelt. Mast nur mit Gras und Graskonserven war für viele nicht vorstellbar. Am Plantahof hielt Eric Meili einen Vortrag über Weidemast und ein erster Viehhändler (Linus Silvestri) wurde auf das Projekt aufmerksam und involvierte die Migros. Migros Ostschweiz stieg in das Projekt mit ein.

2000 wurde dann die IG Bio Weide-Beef gegründet. Die ersten fünf Jahre war Eric Meili Präsident der IG, bis er aufgrund Mengenüberproduktion abgesetzt wurde. Heute floriert die Weidemast. Viele Betriebe haben mit dem Melken aufgehört und nicht auf Mutterkühe, sondern auf Weidemast umgestellt. Insgesamt ist das Bio Weide-Beef über die Jahre stark gewachsen. Im 2000 wurden 573 Tiere geschlachtet, 2018 waren es 6623 Tiere für die Migros.

Eric Meili: „Den Fleischkonsum müssen wir in Zukunft auf Wiederkäuerfleisch beschränken.“ Fleisch aus Gras ist das Prinzip von Meili und somit stehen die Wiederkäuer nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung. Anders Schweine und Geflügel, die mit Getreide gemästet werden. In der Schweiz sind rund 80% der landwirtschaftlich genutzten Fläche Naturwiese. Somit ist die graslandbasierte Mast in der Schweiz sehr sinnvoll.

Dr. Anita Idel, Lead Autorin des Weltagrarberichtes der Uno und Verfasserin des Buches „Die Kuh ist kein Klimakiller“:
„Weide Rinder schützen das Klima. Durch das Grasen der Rinder wird das Graswachstum angeregt. Die Wurzeln von heute und der Dung/ Mist der Rinder sind der Humus von morgen.“

Aus Sicht der Migros wird das Thema Bio Weide-Beef zu wenig gespielt. Nicht nur bäuerliche Medien, sondern allgemein die Medien sollen mehr über Bio Weide-Beef berichten. Das würde dem Label gut tun. Migros ist bei Bio-Rindfleisch Marktführer (60%). Mit dem Bio Weide-Beef möchten sie diesen Marktanteil halten. Somit bleiben die Jahresmengen an Schlachttieren stabil. Ziel ist es aber, die Bedarfsmengen noch besser auf die Kunden auszurichten (Ostern, Pfingsten, Weihnachten). Allgemein ist der Markt aber auch beim Rindfleisch rückläufig