Biolegehennentagung

Kükentöten verbieten?

Das Ziel von Bio Suisse ist es, ab 2019 keine männlichen Bio-Küken mehr sinnlos zu töten. An der Biolegehennentagung wurde die Thematik rege diskutiert.

Als Alternativen zum Kükentöten kommen Zweinutzungshühner, Bruderhahnmast und In-Ovo-Geschlechtserkennung in Frage.
Zweinutzungsrassen legen 20% weniger Eier und brauchen pro Gramm Eimasse 14% mehr Futter. Dafür lässt sich das Poulet als Ganzes vermarkten. Der wirtschaftliche Nachteil liegt somit klar bei der Henne. Bei der Bruderhahnmast bleibt die Eiproduktion unverändert. Die Verwertung des Hahns stellt jedoch aufgrund der geringen Schlachtausbeute ein Problem dar. Auch sind aktuell die Schlachthöfe nicht für kleine, magere Poulets ausgelegt.
Wann die erste Praxisreife In-Ovo-Geschlechtserkennungs-Technologie auf den Markt kommt ist noch unklar. Voraussichtlich wird die Agri Advanced Technologies (AAT) im Herbst 2018 zum ersten Mal in einer Brüterei eingesetzt. Mit dieser Methode ist die Geschlechtsbestimmung bereits ab dem 4. Bruttag möglich. Die Messgenauigkeit entspricht 98%. Das Ziel ist es 100‘000 Eier pro Tag zu bestimmen.
Mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft stehen die Alternativen im Zielkonflikt. Ethik, Ökonomie, Umweltwirkung und Image lassen sich nicht unter ein Hut bringen. Die Teilnehmer der Biolegehennentagung tauschten sich deshalb in Workshops darüber aus, wie Bio Suisse weiter vorgehen soll. Dabei kamen viele Gruppen zum Schluss, dass ein Verbot ab 2019 zu knapp sei. Denn für die Umstellung brauche es mehr Zeit.  

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Artikel geschrieben von

LANDfreund

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