Klauengesundheit

Mit gesunden Klauen in die Zukunft

Am Weiterbildungstag der Schweizer Klauenpfleger gab es erstmals detaillierte Infos über das Ressourcenprojekt „Gesunde Klauen – das Fundament der Zukunft“.

Vor kurzem hat beim Ressourcenprojekt „Gesunde Klauen – das Fundament der Zukunft“ die praktische Arbeit begonnen. Das Projekt wird zu 75 % vom BLW unterstützt und dauert sechs Jahre. Zur Trägerschaft gehören neben der SKV, die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter sowie die VET Suisse Bern mit dem RGD für die wissenschaftliche Begleitung. „Die Tiergesundheit ist eine natürliche Ressource und diese möchte man nachhaltig nutzen“, sagt Beat Fenner, Präsident der SKV (Schweizer Klauenpflegervereinigung).

Lahmheit zählt noch immer zur dritthäufigsten Abgangsursache. Die Klauengesundheit hat einen grossen Einfluss auf andere Probleme, wie zum Beispiel Eutererkrankungen und die Fruchtbarkeit. Deshalb ist die Klauengesundheit sehr wichtig. Pro Lahmheitsgeschehen fallen Kosten von zirka 437 CHF an. Auch Einnahmeverluste resultieren aus Lahmheit.

Derzeit fehlen in der Schweiz digitale Klauengesundheitsdaten und allgemein akzeptierte Zahlen. Auch gibt es in der Schweiz keinen Zuchtwert „Klauengesundheit“, dies obwohl alle Zuchtverbände daran interessiert wären. Das gestartete Ressourcenprojekt soll wichtige Daten dafür liefern.

Die durch den Klauenpfleger erhobenen und erfassten Daten werden analysiert und verglichen. Erkennt man bei der Datenauswertung Probleme, werden diese gemeinsam mit dem Landwirt, dem Betriebstierarzt und dem Rindergesundheitsdienst (RGD) angeschaut. Gemeinsam erarbeiten die Parteien Lösungen, um die Kennzahlen zu verbessert. Jeder Betrieb kann seine Kennzahlen mit den durchschnittlichen Kennzahlen vergleichen und erhält somit ein Überblick, wie gut er im Bereich Klauengesundheit dasteht. Eigentümer der Rohdaten bleibt der Tierhalter.

Die Daten werden bei jeder Klauenpflege erhoben und ausgewertet. Am Projekt können 100 Klauenpfleger teilnehmen. Derzeit hat die Ausbildung der ersten 10 Klauenpfleger gestartet. Für den Klauenpfleger schaut eine Entschädigung in folgender Höhe heraus: 0.30 CHF für jede Kuh. Die Entschädigung ist ein Teil von verschieden Unterstützungen die der Klauenpfleger erhält. Der Klauenpfleger erhält verschiedene Unterstützungen vom Projekt, wenn er bei den gepflegten Tieren vollständige Befunde erhebt (Betriebsdaten, vier Füsse, umgesetzte Massnahmen).

Von den Klauenpflegern wird erwartet, dass sie eine einheitliche Klauenpflegetechnik anwenden und die Diagnostik der Klauenerkrankung einheitlich erfolgt. Ausserdem müssten die ins Projekt innvolvierten Klauenpfleger an den kostenlosen Aus- und Weiterbildungen teilnehmen.

Die Tierhalter müssen nicht in einem Zuchtverband sein, um am Projekt teilnehmen zu dürfen. Nehmen sie am Projekt teil, erhalten sie einen detaillierten Überblick über die Klauengesundheit ihrer Tiere sowie laufende Evaluationen und Vergleichszahlen. Durch die enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten soll sich die Klauengesundheit auf den teilnehmenden Betrieben erhöhen.

Mit der Erhöhung der Klauengesundheit steigert sich das Tierwohl, die Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit der einzelnen Tiere und der Herde.

Für die wissenschaftliche Auswertung sind die Daten anonymisiert. Nur der RGD, der Klauenpfleger und der Landwirt kennen die genauen Betriebsdaten. Trotzdem äussern einige an der Veranstaltung anwesenden Klauenpfleger, die zum Teil auch Tierhalter sind, ihre Bedenken. Sie haben Angst, dass der Bund Zugriff auf die Daten erhält und die genaue Protokollierung der Klauengesundheit nach Ablauf des Ressourcenprojekts zu einer weiteren Auflage für die Landwirte wird.

„Mit der«Charta zur Digitalisierung der Land- und Ernährungswirtschaft» werden die Leitlinien im Umgang mit Daten gelegt und die erhöhte Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit der Rinderhaltung sowie die Verbesserung der Zuchthygiene tragen zu einem schonenden Umgang mit Umweltressourcen und einer höheren gesellschaftlichen Akzeptanz der Rindviehproduktion bei“, meint Beat Fenner.

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Artikel geschrieben von

Nadine Maier

Redaktorin

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