Entzündungen

Ohrmarken bei Schafen: Bundesamt gesteht Probleme ein

Im vergangenen Jahr berichteten viele Schaf- und Ziegenhalter von Problemen mit den neu vorgeschriebenen Ohrmarken. Nach anfänglichem Zögern und einer breiten Umfrage gibt es nun Reaktionen.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erkennt nach einer groß angelegten Umfrage unter Schafhaltern Probleme mit Ohrmarken an. Betroffene Schafhalter können ab dem 14. Juni alternative Marken erhalten.

Seit Januar 2020 sind bei Schafen und Ziegen Ohrmarken Pflicht. Das BVL hatte hierfür Ohrmarken der Firma Allflex bestellt. Zahlreiche Halter berichteten nach Anbringen der Ohrmarken von Entzündungen bei den Tieren. Auch der Landfreund berichtete letzten Sommer darüber. Nach einigem Zögern führte das BVL eine Umfrage unter 2632 Schafhaltern durch. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Betriebe berichtete von Entzündungen als Folge des Nachmarkierens bei ihren Tieren. Ein Drittel hatte auch Probleme beim Neumarkieren mit entzündetem und nekrotischem Gewebe. Viele gingen davon aus, dass die Dornlänge der Ohrmarken zu kurz war und es so zu Quetschungen am Ohr kam.

In einem Feldversuch testete das BVL auf 22 Betrieben, von denen 17 Probleme mit Entzündungen hatten, neue Marken mit längerem und spitzerem Dorn. Bei den neuen Modellen gab es daraufhin kaum mehr entzündliche Reaktionen.

Betriebe können sich nun beim Helpdesk Agate (E-Mail: info@agatehelpdesk.ch; Tel.: 0848 222400) melden und die alternativen Marken beziehen. Großflächig werden neue Marken erst bei der nächsten Ausschreibung der Ohrmarken beschafft. Der aktuelle Vertrag mit Allflex läuft noch bis Ende 2022.

Bei Um- und Nachmarkierungen kam es teils zu eitrigen Entzündungen und Gewebenekrosen. Häufige Folge: Die Ohrmarke fiel heraus. (Bildquelle: Nadine Mayer)