Tierhaltung

Schaden hohe Tränkerpreise der Kälbermast?

Das Angebot ist rar, die Nachfrage nach Tränkekälbern hoch. Das lässt die Tränkerpreise in die Höhe schnellen und stellt die Kälbermäster vor Herausforderungen.

Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 216 314 Kälber geschlachtet. Dies entsprach 27 090 t SG. Mit dieser Menge konnte der Kalbfleischkonsum zu 96,6 % mit einheimischen Produkten abgedeckt werden. Die Anzahl Schlachtungen war jedoch im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig und wird voraussichtlich im Jahr 2018 noch einmal zurückgehen. Im ersten Halbjahr landeten 1,4 % weniger Kälber im Schlachthaus als in der gleichen Zeitspanne im Jahr 2017.

Wer zahlt mehr?
Zurückzuführen ist der Rückgang auf das reduzierte Tränkerangebot. Aus diesem Grund ist ein Kampf zwischen Grossvieh- und Kälbermästern ausgebrochen. Unterschieden wird zwischen AA-Tränkern (fleischbetonte Tiere) für die Grossviehmast und A-Tränkern (weniger fleischbetonte Tiere) für die Kälbermast. Aufgrund des mangelnden Angebots gelangen aber immer wieder Tränkekälber in den «falschen» Mastkanal. Das rare Angebot wirkt sich auch auf die Tränkerpreise aus. Es gibt grosse Schwankungen und Abweichungen zwischen dem Proviande-Wochenpreis und dem realisierten Preis.
«Die Geburtsbetriebe verdienen derzeit nicht viel Geld mit der Milch», so Petra Gasser vom Schweizer Kälbermäster Verband (SKMV). «Sie sind froh, wenn sie die Kälber teurer verkaufen können und bessere Erlöse erzielen.» Zahlreiche Geburtsbetriebe mästen aufgrund des tiefen Milchpreises ihre Kälber selber aus. Diese fehlen dann auf dem Markt. Das schadet den Mästern. Mehr dazu gibt es in der Ausgabe 10/2018 zu lesen. Ausserdem: Jürg Oberle (Gefu Oberle Gruppe) und Samuel Graber (Präsident des SKMV) im Interview.  >>kostenloses Probeheft bestellen