Tierhaltung

So reduzieren Sie HIS

Geblähte Schweine sind die häufigste Abgangsursache in der Schweinemast. Alois Estermann verrät Tipps, wie Sie HIS erfolgreich den Kampf ansagen.

Keine Erkrankung macht den Schweinemästern in der Schweiz so grosse Sorgen wie das Hämorrhagische Intestinal-Syndrom, kurz HIS. Die multifaktorielle Erkrankung hat seit 2006 massiv zugenommen. Rund die Hälfte der Abgänge in der Mast sind darauf zurückzuführen.

Es betrifft hauptsächlich Topschweine
Die genaue Ursache ist nicht bekannt, und die Schweinehalter fühlen sich machtlos. Kaum ein Mastbetrieb verzeichnet keine HIS-Abgänge – egal ob Trocken- oder Nassfütterung. Bis jetzt hat die SUISAG keine Rassendisposition registiert.
Bei den betroffenen Schweinen kommt es zu einer Darmdrehung. Vor allem die dünnwandigen Venen, welche das Blut abfliessen lassen, werden abgedrückt, sodass das Blut in den Darm gepresst wird. Die Tiere werden gebläht. Die Organe im Brustraum wie Herz und Lunge werden zusammengedrückt, was zum Kreislaufkollaps führt.
Für die definitive Diagnose muss der Tierarzt die Schweine sezieren. Typisch für HIS-Fälle sind ein gefüllter Magen und der blutige, abgedrehte Darm. Aber warum schoppt das Futter im Magen an, und weshalb kommt es zu einer Darmdrehung?
Auf diese Fragen hat die Wissenschaft leider noch keine klare Antwort. Fakt ist, dass HIS vor allem Schweine betrifft, die genetisch viel fressen – die Spitzentiere im Stall, die sich aufs Futter stürzen und gute Tageszunahmen verzeichnen. Wahrscheinlich ist die Erkrankung deshalb in den letzten Jahren auch immer mehr in den Vordergrund getreten. Denn die Leistung der Tiere ist stetig angestiegen.

Steigern Sie die Wasser­aufnahme
Leider stellt man HIS erst dann fest, wenn es bereits zu spät ist. Somit führt die Erkrankung in jedem Fall zum Tode. Landwirte müssen also zwingend vorbeugend handeln. Aber was hilft dagegen? In erster Linie ist es wichtig, dass die Schweine viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit der Futterbrei stets weiterwandert und sich nicht im Magen anstaut. Mit mehreren Massnahmen erreichen Sie dieses Ziel:
Setzen Sie den TS-Gehalt der Ration herunter (bis 18%) und dafür das Fütterungsintervall hoch. Verteilen Sie das Futter auf sechs Rationen. So nehmen die Schweine gleichzeitig mit dem Futter mehr Wasser zu sich. Die Tiere fressen den flüssigen Brei problemlos, und die Abgänge lassen sich mit dieser Strategie deutlich reduzieren. Einige Praktiker befürchten durch diese Fütterungsmethode eine Verschlechterung der Fleischqualität. Trotzdem ist die Methode dank den sinkenden Abgangszahlen wirtschaftlich rentabel.

Weitere Tipps erhalten Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 11/2018 >>kostenloses Probeheft bestellen.

Messemarathon - noch zeitgemäss?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

LANDfreund

Schreiben Sie LANDfreund eine Nachricht