Pro und Kontra

Soll Bio Suisse das Kükentöten verbieten?

Das Ziel von Bio Suisse ist es, ab 2019 auf das Töten von männlichen Küken zu verzichten. Sie strebt für den Biolandbau eine langfristige Lösung an, die sowohl ethisch wie auch ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Roman Clavadetscher mästet auf seinem Betrieb in Malans (GR) Bruderhähne und spricht sich für ein Verbot aus: Das Töten der männlichen Küken am ersten Lebenstag können wir keinem Konsumenten zeigen, auch wenn damit argumentiert wird, dass es aus Gründen der Ressourceneffizienz sinnvoll sei.Die Bio Suisse sollte eine glaubwürdige Position zugunsten der Ethik einnehmen und das Kükentöten im Grundsatz verbieten. Österreich beispielsweise zeigt vor, wie es geht, und hat damit Erfolg am Markt."

Anders sieht es Sepp Rüegg, Inhaber der Geflügelzucht Rüegg Gallipor AG: Bereits heute ziehen einige Landwirte Bruderhähne auf. Die männlichen Tiere der heutigen Legehennen-Typen lassen sich aber schlecht mästen. Um das Schlachtgewicht zu erreichen, brauchen sie etwa 50 % mehr Futter als Mastras- sen. Das ist reine Ressourcenverschwendung und verursacht hohe Kosten. Aufgrund der geringen Schlachtausbeute können die Mehrkosten nicht über den Fleischerlös gedeckt werden. Eine Quersubventionierung über die Eierproduktion ist notwendig. Diese «Kässeli-Politik» ist eine unbrauchbare und vor allem nicht mehr zeitkonforme Lösung."

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