Österreich

Soziale Medien sind wichtigste Informationsquelle zur Nutztierhaltung

Infos von YouTube, Facebook, Instagram und WhatsApp haben großen Einfluss auf die Wissensbildung von Verbrauchern beim Thema Landwirtschaft. Hier müssen Landwirte aktiv werden, lautet das Fazit.

Junge Erwachsene erhalten Informationen zur Nutztierhaltung immer weniger durch direkten Bezug zur Landwirtschaft, sondern immer mehr über soziale Medien. Das Interesse für diesen Bereich ist im Vergleich zu anderen Themen eher gering, und nur knapp die Hälfte der Befragten gab an, die Definition des Begriffes "Nutztier" genau zu kennen.

Das geht laut aiz.info aus einer neuen österreichischen Studie hervor. 99% der 400 im Juni 2021 befragten Wienerinnen und Wiener nutzen soziale Medien (Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram, Media-Sharing-Plattformen wie YouTube, Mobile Communities wie Instagram und Snapchat sowie Netzwerke wie Facebook und Twitter).

Informationen zur Nutztierhaltung erhalten die Befragten laut eigenen Angaben vorwiegend über Instagram, Facebook und YouTube. "Knapp ein Drittel veröffentlicht selbst Medieninhalte zur Nutztierhaltung, die restlichen zwei Drittel der Befragten verhalten sich in den sozialen Medien überwiegend wie stumme Beobachter oder Sammler", erläutern die Autoren.

Themenhoheit nicht den Kritikern überlassen

Neben Bildern, Filmen und Videos informiert sich mehr als ein Drittel der Befragten zudem über Texte und Artikel in Foren, Online-Zeitungsartikeln oder WhatsApp-Nachrichten. Audioformate wie Podcasts, Hörbücher oder Radio werden weniger oder gar nicht genutzt, um sich mit dem Thema Nutztierhaltung zu beschäftigen.

"Die Befragten informieren sich bei Fragen zur Haltung oder Fütterung von Nutztieren in Plattformen wie Wikipedia. YouTube ist hier die zweite Wahl", erklären die Initiatoren laut aiz.info weiter. Sie sprechen sich daher für die verstärkte Nutzung von sozialen Medien aus, um auch die nicht-landwirtschaftliche Bevölkerung besser mit Informationen zu versorgen. Bauern sollten die Themenhoheit in sozialen Medien nicht jenen überlassen, die Nutztierhaltung romantisieren oder skandalisieren, so der Rat.

Der sinkende Anteil der bäuerlichen Berufsgruppe und die zunehmende Urbanisierung führten zu einer Entfremdung junger Bevölkerungsgruppen von der Nutztierhaltung. Dies habe zur Folge, dass sich die gesellschaftlichen Erwartungen an die Haltung von Nutztieren geändert haben. Die Bürger hinterfragen Landwirte und deren Beruf zunehmend kritisch in sozialen Medien.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Auf Facebook, Instagram und Co. öffnen immer mehr Landwirte virtuell ihre Hoftore und Stalltüren. Sie zeigen, wie Landwirtschaft tatsächlich läuft. Das sorgt für Vertrauen.