Tag der Milchwirtschaft in Winterthur

Thema an der Delegiertenversammlung der Schweizer Käsespezialisten (Fromarte) und des Berufsverbands der Molkereifachleute war auch die Botschaft des Bundesrats zur AP 22+.

Zur Diskussion steht eine Neuausrichtung der Milchpreisstützung. Die heutige Zulage für Fütterung ohne Silage will der Bund verdoppeln und direkt den Milchproduzenten auszahlen. Im Gegenzug ist vorgesehen, die Verkäsungszulage entsprechend zu reduzieren. Wie Jacques Gygax, Geschäftsführer Fromarte, erklärte, stehe aber eine Abstufung der Verkäsungszulage nach Fettgehalt und Mindestpreis so oder so zur Diskussion. Dies aufgrund einer Motion zur „Stärkung der Wertschöpfung beim Käse“, eingereicht Mitte August von der Kommission für Wirtschaft und Abgaben Nationalrat (WAK NR).
Durch die Nachfolgelösung Schoggigesetz ändert sich 2019 auch die Milchgeldabrechnung. Die Zulage von 4.5 Rp. wird direkt vom Bund an die Milchproduzenten ausbezahlt. Die gewerblichen Käsereien werden auf ihre eingekaufte Milchmenge einen Abzug von 4.5 Rp./kg erheben. Für die verkäste Milch wird die Verkäsungszulage 10.5 Rp./kg gekürzt. 
Fromarte-Präsident Hans Aschwanden begrüsst in seinem Eröffnungsreferat den neuen Branchenstandard für nachhaltige Milch. Für ihn sei klar, dass dieser Standard nicht nur für die Molkerei-, sondern auch für die Käsereimilch verbindlich sein müsse. Dieser 2 Rp.-Zuschlag ab 1. Juli 2019 werde eine Vorwärtsbewegung auf dem Markt auslösen, kündigte er an.
Alles im Fluss und im grünen Bereich bei den Käsern? Beileibe nicht: Gygax wies auf nicht gelöste Probleme hin. Dazu zählen etwa, dass AOP-Käse austauschbar sei, dass immer mehr Überschussmilch unter Preisdruck verkäst werde, die fragile Währungssituation, aber auch das politische Umfeld mit den Landwirtschaftsinitiativen.
Aschwanden handelte in gewohnter effizienter Manier die statuarischen Geschäfte ab. In corporo wurden die 48 Delegierten einstimmig für die nächste Amtsperiode gewählt. Aus dem Zentralvorstand traten Ernst Hofer und Pius Oggier zurück. Ihre Nachfolge treten Pierre Reist aus Nods (BE) und Erwin Schmid aus Buttisholz (LU) an.

Wasser, das wichtigste Futter

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Artikel geschrieben von

LANDfreund

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