Schweinezucht

Was hilft gegen Streptokokken?

Die Bekämpfung von Streptokokken gestaltet sich schwierig. Am Strickhof wurden Vorbeugungsmassnahmen und Behandlungsmöglichkeiten diskutiert.

Streptokokken gehören zur natürlichen Bakterienflora des Schweins, weshalb sich die Bekämpfung als sehr schwierig gestaltet. Auf der Haut sind diese auch ungefährlich, aber wenn sie in den Körper gelangen, fangen die Schwierigkeiten an. Geschwollene Gelenke oder in schlimmeren Fällen auch Hirnhautentzündungen erfordern das Eingreifen des Betriebsleiters.

Als Eintrittspforte dient der offene Nabel nach der Geburt, aufgescheuerte Karpalgelenke, Kastrationswunden, Rangkämpfe und weitere offenen Wunden. Betroffene Ferkel haben Fieber und zeigen ein gestörtes Allgemeinbefinden. Als erstes sind vor allem die Gelenke betroffen. Die gefürchtete Hirnhautentzündung entsteht meist erst viel später über eine Ohrenentzündung.

Um die Bekämpfung zu vereinfachen führte der Strickhof in Zusammenarbeit mit dem Inforama den diesjährigen Workshop unter dem Motto «Schlachtplan gegen Streptokokken» durch. An verschiedenen Posten konnten sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen im Umgang mit Streptokokken austauschen. Die erfolgversprechendsten Vorbeugemassnahmen aus der Praxis, die ideale Behandlung und weitere Ideen wurden gesammelt.

Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Workshop

Es wurden die Themen Vorbeugung im Stall und am Tier bearbeitet, wie auch die Behandlungsmöglichkeiten diskutiert.

Vorbeugung im Stall:

Die Reinigung und die Desinfektion bilden einen sehr wichtigen Teil der Vorbeugung im Stall. Noch wichtiger ist aber das Abtrocknen lassen über mehrere Tage, weil Streptokokken Trockenheit nicht mögen. Die Streptokokken mögen keine Schmierseife, weshalb die Buchten damit eingeseift werden können, um den Druck zu verringern. Um den Stall trocken zu halten, werden diverse Einstreumaterialien genutzt, wie z.B. Kalk oder Desinfektionspulver. Zum Schutz vor Verletzungen muss auf die Bodenbeschaffenheit geachtet werden. Der Boden soll nicht rau sein, weshalb einige den Boden abschleifen oder auf den bestehenden Betonboden einen Belag aus Kunstharz legen.

Vorbeugung am Tier:

Um starke, gesunde Ferkel aufzuziehen, ist die Kolostrumaufnahme von 250ml/Tier und Tag sicherzustellen. Mit der MMA-Prophylaxe durch eine entsprechende Fütterung, kann die Sau qualitativ wertvolles Kolostrum abgeben. Ein wichtiger Punkt ist auch die Hygiene bei der Sau, welche beim Einstallen mit einem Waschvorgang erreicht werden kann. Würfe ausgleichen kann ebenfalls helfen, den Druck zu senken. Der Nabel soll desinfiziert und mit einem sterilen Hilfsmittel gekürzt werden, aber nur auf eine Handbreite. Beim Zähne schleifen keine zu hohe Drehzahl wählen und rund schleifen. Ausserdem soll nach 4 – 5 Würfen der Schleifstein gewaschen werden. Bei der Kastration sollen das Skalpell und die Wunde desinfiziert werden. Das Skalpell soll nach drei Würfen gewechselt werden.

Behandlungen:

Streptokokken müssen möglichst früh behandelt werden. Wenn im Wurf mehrere Ferkel betroffen sind, soll der ganze Wurf behandelt werden. Zusätzlich zu allen Medikamenten soll ein Entzündungshemmer verabreicht werden. Die Dosierung soll gemäss Empfehlung erfolgen, da sich bei Überdosierungen die Absetzfristen verlängern. Die Diskussion mit der Tierärztin hat ergeben, dass Medikamente mit dem Wirkstoff Benzylpenicillin (z.B. Cobiotic, Duplocillin, u. a.) vor allem bei Gelenksproblemen eingesetzt werden. Der Wirkstoff Amoxicillin (z.B. Duphamox, Betamox, u. a.) hilft bei einer Meningitis (Hirnhautentzündung). Homöopathie kam sehr oft zur Sprache, wobei vor allem Bryonia, Belladonna und Streptococcinum eingesetzt werden.

In der Diskussion wurde festgestellt, dass es häufig die kleinen Dinge sind, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Mit einer gewissenhaften Reinigung des Stalls kann schon viel Druck von den Ferkeln genommen werden. Ausserdem mindern Beläge auf dem Betonboden die Verletzungsgefahr. Das Einschmieren der Böden mit Schmierseife, mindert den Streptokokken-Befall ebenfalls. Die Fütterung soll so angepasst werden, dass das Risiko einer MMA sinkt (vor dem Abferkeln nicht ganz zurückfahren sondern einfach reduzieren, da die Sauen genau während dieser Zeit am meisten Energie benötigen) und die Kolostrum-Qualität somit hochstehend bleibt, was für die Ferkel die Bedingung für einen gesunden Start ins Leben ist.

Bei der Behandlung soll die Dosierung stets gemäss Empfehlungen des Tierarztes oder der Packungsbeilage erfolgen, da eine Überdosierung nur die Absetzfristen verlängert, aber keinen Mehrerfolg generiert.

Kühe sind keine Klimakiller

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