Nischenproduktion

Weidegänse – eine lukrative Nische?

Die Zahl der Weidegänse in der Schweiz war dieses Jahr rückläufig. Ein Grund ist die mitunter schwierige Vermarktung. Drei Betriebe erzählen von ihren Erfahrungen.

Die Weidegans ist aufgrund ihrer extensiven Haltung ein nachhaltiges Nutztier. Als Futtergrundlage dient das Weidegras. Ziel vom Verein weidegans.ch ist es, die Tiere so natürlich wie möglich auf ein vernünftiges Schlachtgewicht zu bringen.

Dieses Jahr wurden 1000 Weidegänse eingestallt. Das sind 400 Tiere weniger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang sieht Präsidentin Astrid Spiri bei der teils harzig laufenden Vermarktung. «In der Schweiz hat der Gänsebraten keine Tradition», so Spiri. Wem die Direktvermarktung aber im Blut liegt, dem ist es auch möglich, die Weidegänse lukrativ zu vermarkten.

Ein Schweizer Produkt von A bis Z

Manuela Broch ist passionierte Züchterin. Künftig will sie die selbst gezogenen Gössel verkaufen.

Manuela Broch verfolgt ein klares Ziel: «Ich möchte Züchterin und Produzentin sein, und vom Ei bis zum fertigen Gänsebraten soll alles aus der Schweiz stammen.»

Auf ihrem Betrieb in Oberkirch (LU) hält die Bäuerin eine Zuchtgruppe bestehend aus 30 Gössel, 19 Gänsen, sowie 5 Ganter. Die männlichen Tiere, Ganter genannt, können zirka fünf Jahre in der Zucht eingesetzt werden. Die weiblichen Tiere bleiben, wenn die Eiqualität stimmt, bis zu vierzehn Jahre in der Zucht.

Ab nächstem Jahr möchte Broch Eier aus eigener Zucht bebrüten lassen. Die geschlüpften Gössel gehen dann in die Mast. Derzeit führt die passionierte Züchterin einen Probelauf im Brutkasten durch, um zu sehen, ob mit der Befruchtung alles klappt und die Küken gut schlüpfen.

Früher hielt Broch Diepholzer Gänse. Der Fleischansatz der Rasse war nicht optimal. Deshalb hat die Bäuerin auf Dithmarscher Gänse umgestellt. «Der Kunde möchte eine vier bis viereinhalb Kilo schwere Gans kaufen», so Broch. «Mehr als vier Kilo erreichte ich mit den Diepholzern aber nie.»

Gefüttert bekommen die Gänse hauptsächlich Gras. Abends im Stall gibt es kleine Mengen Getreide. Gemästet werden die Tiere bis zu sieben Monate. Dann gehen sie zum Metzger und kommen zum Verkauf auf den Hof zurück.

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