Eierproduzenten

Zeit ist Geld

Technische Hilfsmittel sind auch in der Geflügelbranche gefragt. An der Krieger Geflügelfachtagung konnten sich die Produzenten über Farmpacker und weitere Geräte informieren. Ausserdem gab es einen Input, wie es mit der Finanzierung klappt.

Am 30. Oktober 2019 lud die Firma Krieger zur Geflügelfachtagung unter dem Motto „Zeit ist Geld“ ein. 160 Teilnehmer strömten bei regnerischem Wetter nach Ruswil (LU).

Toni Fleischlin, Leiter Geflügel der Firma Krieger, leitete die Tagung mit einem kurzen Firmenportrait ein. Die Krieger AG beschäftigt an ihren drei Standorten insgesamt 100 Mitarbeiter. Die Landwirtschaft zählt zu den Kernkompetenzen der Firma. 66 % des Umsatzanteils der Krieger-Gruppe verbucht die Landwirtschaft. „Wir leben von der Landwirtschaft“, so Fleischlin.

Die Tagung sollte den Teilnehmern Lösungen und Ideen zur Effizienzsteigerung in der Eierbranche aufzeigen. So stellte Rik van de Ven von der Vencomatic Group (NL) diverse Farmpacker vor. Die Firma produziert in den Niederlande zwischen 350 und 450 Farmpacker pro Jahr. Alle Teile werden von der Firma selber entwickelt und produziert.

Der Ovogarder30 kann das Eigewicht messen. Wenn das Gewicht der Eiere plötzlich sinkt, ist dies ein Indikator dafür dass die Tiere krank werden. Die Automatisierung kann somit auch helfen Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Anschliessend referierte Daniel Würgler, Präsident GalloSuisse. Er informierte über aktuelles aus dem Eiermarkt. Vorab eine erfreuliche Nachricht: In der Schweiz werden mehr Schweizer Eier konsumiert und die Schweizer Eier haben einen grossen Marktanteil. Die saisonalen Nachfrageschwankungen setzten die Eierproduzenten aber unter Druck und dieses Problem wird mit einer steigenden Produktion nicht weniger. Im Gegenteil: Der Überschuss wird noch mehr gestärkt. Es sei deshalb wichtig, die saisonalen Nachfrageschwankungen mit gezielten Werbemassnahmen einzudämmen.

Ausserdem macht Würgler darauf aufmerksam, dass in den Läden auch Bodenhaltungseier gefragt sind. Es brauche also nicht nur Eier aus Weidehaltung. „Wichtig ist, dass es Schweizer Eier sind, die verkauft werden.“ Mehrleistungen müssen vom Konsumenten gefragt sein und dem Produzenten einen Mehrwert bringen. Sie dürfen nicht einfach als selbstverständlich angeschaut werden. Würgler merkt an: „Trends müssen die Konsumenten setzen und nicht die Politik.“ Allgemein sei es die Politik, die in nächster Zeit noch einige herausfordernde Aufgaben für die Eierproduzenten bringen werde. Aber auch die Entwicklung der Gesellschaft bringe Herausforderungen mit sich.

Würgler fährt weiter: „In der Geflügelwelt sind Erfolg und Misserfolg sehr nahe.“ Es sei deshalb wichtig sich vor dem Einstieg in die Produktion gut zu informieren, einen guten Vertrag auszuhandeln und vorgängig Betrieb zu besichtigen. Schlussendlich sei das Herdenmanagement das A und O. Der Betriebsleiter muss bereit sein, sich anzupassen und nach Lösungen zu suchen. Nur dann kann er erfolgreich wirtschaften. Technische Hilfsmittel können eine Arbeitserleichterung sein und mehr Zeit fürs Herdenmanagement generieren. Sie sind aber nur dann sinnvoll, wenn der Stallbetreiber die technischen Daten auch nutzt und damit arbeitet.

Bei der Anschaffung von neuen Geräten ist die Finanzierung ein grosses Thema. Die Raiffeisen informierte über das von ihnen angebotene Leasing für Maschinen (ab 30'000 CHF).

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Artikel geschrieben von

Nadine Maier

Redaktorin

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