Emissionen

Zum Fressen aufs Podest

Laufställe können sowohl tier- als auch umweltfreundlich sein, wie Michael Götz mit einem Beispiel aus der Praxis zeigt. Das Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt emissionsmindernde Massnahmen finanziell.

Mit erhöhtem Fressbereich in Rindviehställen, unterteilt mit Trennbügeln, reduziert der Landwirt die verschmutzten Flächen und verhindert Ammoniakemissionen. Ebenso wirksam sind Laufgänge mit Quergefälle und Harnsammelrinnen. Dafür gibt es Beiträge vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Bis jetzt würden die Massnahmen in der Praxis noch wenig umgesetzt, die Nachfrage sei jedoch zunehmend, hält Michael Stäuble vom BLW fest. Bis Mai dieses Jahres unterstützte das BLW schweizweit 25 Betriebe mit knapp 1200 GVE durch solche Strukturverbesserungsbeiträge. Diese Förderungen laufen weiter.

Zudem forscht die Projektgruppe «Tieremissionen» von Agroscope in Tänikon intensiv zu diesem Thema und arbeitet mit der Hochschule Nürtingen-Geislingen/D zusammen. Die Hochschule ist an der europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) beteiligt, deren Ziel es ist, Ställe sowohl tier- als auch umweltfreundlich zu gestalten.

Laufstall mit Weidefeeling

Im benachbarten Baden-Württemberg erhalten die Landwirte dafür Beiträge aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds. Ein Paradebeispiel ist Landwirt Daniel Stier in Untermünkheim/D. Er bezog anfangs März dieses Jahres seinen neuen Laufstall. Es handelt sich um einen zweihäusigen Stall, dessen Gebäude sich dank ihrer niedrigen Firsthöhe von 4,55 m gut in die Landschaft einpassen. Links und rechts der zentralen Futterdurchfahrt befinden sich je eine Liegehalle mit Tiefboxen und ein integrierter Laufhof für insgesamt 123 Kühe. Die Futterdurchfahrt trennt die Herde in zwei Gruppen mit je einem Melkroboter. Die Wände der Liegehallen lassen sich mit durchsichtigen, aufziehbaren Vorhängen öffnen. «Die Kuh ist am liebsten an der frischen Luft», begründet es der Landwirt. Es soll den Kühen, die sich an 365 Tagen im Jahr im Stall aufhalten, ähnlich gut gehen wie jenen auf der Weide.

Integrierte Laufhöfe bieten Vorteile für das Tierwohl. Da der Laufhof sich zwischen Futtertisch und Liegeplatz befindet, regt er die Kühe zur Bewegung auch im nicht überdachten Bereich an. Ausserdem können die Kühe auf der 6,4 m breiten Fläche zwischen Liegeboxen und Futtertisch einander gut ausweichen; es stehen pro Kuh 5,6 m2 Laufhoffläche zur Verfügung. Lesen Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 08/2019 auf Seite 36 weiter.

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Biomilch-Markt ist gesättigt

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Artikel geschrieben von

Dr. Michael Götz

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